Unternehmen Stapelhaus – Ursprung, Geschichte, Gegenwart

Stapelhaus war ein StartUp das im Jahre 2058 von Jurg Matschulla und Christian Tann gegründet wurde. Die beiden jungen Bauingenieure hatten vorher einem Konzeptwettbewerb gewonnen,  den die  Ämter für Raumordnung und Landesplanung (ÄfRL) und diverse Stadtplanungsämter ausgeschrieben hatten. Der Wettbewerb zielte darauf ab Konzepte zu entwickeln die schnell, preiswerten Wohnraum schaffen konnten. Matschulla und Tann präsentierten in ihrem Konzept eine Mischung aus bewährten Elementen von Containergebäuden und modularen Elementen wie sie z.B. schon 1972 in Japan im Nakagin Capsule Tower vom Architekten Kisho Kurukawa zur Anwendung kamen und modernen Fertigungsmethoden und –materialien.

Ihre Unternehmung, die Firma Stapelhaus stellte ab 2058 standardisierte Raummodule her, die fertig montiert zur Baustelle transportiert wurden und dort innerhalb von nur 4h installiert werden konnten. Stapelhaus produzierte im Jahr 2060 ca. 6500 1-Raum Module (ohne Nasszelle), 3000 1-Raum Module (mit Nasszelle), 1500 2-Raum Module und ca. 2000 Infrastruktur Module (Sanitär Module, Treppenhaus Module, Müll- und Abwasser Management Module usw.) an 4 Standorten in Deutschland. Schon 3 Jahre später, im Jahr 2063, lagen die Zahlen produzierter Module mehr als 10-fach höher und die Standorte hatten sich auf 12 erhöht. Der gesamte, durch Stapelhaus, geschaffene Wohnraum wurde dazu genutzt um die zunehmenden Flüchtlingsströme aus den Äquatorregionen und den Küstenregionen unterzubringen. Das globale Ansteigen der Temperaturen sorgte damals schon für zahlreiche Flüchtlinge aus den äquatorialen Dürregebieten und den überschwemmten Gebieten an den Küsten. Durch die Stapelhaus Module konnten zahlreiche Provisorien, Containerlager und veraltete Flüchtlingsunterkünfte modernisiert werden und die Lebensqualität der Bewohner signifikant gesteigert werden.

Zeitgleich arbeiteten die beiden Gründer unermüdlich daran ihre Module universeller zu gestalten und weitere Einsatzgebiete zu erschließen. Schon 2068 gab es mehrere, parallel laufende, Designlinien die vom einfachen Lagermodul bis zum Penthouse Modul mit Swimmingpool reichten.

Heute, im Jahre 2090, sind Gebäude von Stapelhaus in 90% aller Städte, Dörfer und Siedlungen der Welt ein gewohntes Bild. Von spartanisch funktionell bis luxuriös opulent, gibt es zig Millionen Stapelhaus Module.

Die älteste Designlinie trug im Jahre 2058 den schlichten Titel ModularBau1 (kurz: mb1). Nach Aussagen von Matschulla und Tann, haben sie einfach die, damals, 80 Jahre alte Idee des Beton-Plattenbaus, wie er im vorigen Jahrhundert häufig in den sozialistischen Ländern verwendet wurde, auf eine moderne Ebene gezogen. Ihnen sei von Anfang an klar gewesen, das MB1 niemals einen Preis für innovatives Design gewinnen würde, das haben aber die Preise für innovative Konstruktion und der die diversen Auszeichnungen karitativer Vereinigungen schnell ausgeglichen.

Durch MB1 konnte man viel mehr Menschen eine feste Wohnstätte zu geben, als das mit den damals vorhandenen Lösungen möglich gewesen wäre.

Zwar musste man viele Kompromisse eingehen, wie z.B. mit den 1-Raum Modulen ohne Nasszelle, wo die Bewohner dann das Hygiene Modul auf der gleichen Etage verwenden mussten. Aber das war noch um ein vielfaches besser als im Pappkarton zu wohnen.

MB1 folgte ganz dem Motto, das man preiswerter in die Höhe als in die Breite bauen kann. So war von Anfang an klar, dass die Konstruktion und die verwendeten Materialien in der Lage sein mussten. In einem ersten Entwurf machte Stapelhaus damit Werbung das Gebäude mit 60 oder mehr Stockwerken kein Problem sei, vorausgesetzt der Untergrund sei dazu geeignet.

MB1 war so konzipiert das ein oder mehrere Gebäude, jeweils mit quadratischem Grundriss, einzeln oder gekoppelt errichtet werden konnten.  Dabei wurde meistens ein Gebäude als Infrastruktur Trakt errichtet. Er enthielt ein Verwaltungsmodul , ein Versorgungsmodul und ein Treppenhausmodul im EG. Darauf aufbauende Etagen besaßen, dementsprechend auch ein Treppenhausmodul und meistens ein großes Hygienemodul.

Links und / oder rechts daran gekoppelte MB1 Gebäude bestanden dann hauptsächlich aus 1-Raum Modulen einfachster Bauart und Wirtschafts-Modulen wie 24h Geschäften und Restaurants.

Durch die Möglichkeit, ohne großen Aufwand, einzelne Module auszutauschen, waren die MB1 Gebäude relativ preiswert zu pflegen und zu modernisieren und konnten der Umgebung angepasst werden.

Durch die Kooperation mit Franchise Ketten bzw. deren Einfluss, wurde oftmals aus einer reinen Flüchtlingsunterkunft nach und nach ein kleiner Zentralmarkt, der 24/7 preiswertes Essen und billige Produkte den Bewohnern der Umgebung zugänglich machte. Man mag es kaum glauben, aber vor 30 Jahren empfanden das 76% der, in Stapelhaus Gebäuden lebenden, Menschen als einen sozialen Aufstieg.

Obwohl MB1 vor über 10 Jahren von MB2 abgelöst wurde, sind noch mehrere 1000 MB1 Gebäude in Betrieb und bewohnt. Das liegt vor allem daran, dass sich Stapelhaus verkalkuliert hat. Der aus Firmensicht brillante Schachzug einen Nachfolger des Erfolgsmodelles zu konstruieren der mit dem Vorgänger nicht kompatibel war, ging gründlich nach hinten los.

Der Wohnraummarkt ist noch heißer umkämpft als in den 2050ern, aber die Grundvoraussetzungen haben sich verändert. Viele Kommunen und auch Bundesländer haben das Thema der Flüchtlings Unterbringung an privat Firmen abgegeben. Und die Platzhirsche dieser Immobilienfirmen besitzen so viele MB1 Module, das sie eine eigene Instandhaltung-Infrastruktur aufbauen konnten und Ersatzteile von Drittanbietern oder sogar der eigenen Fertigung beziehen. Stapelhaus konnte in der Vergangenheit, trotzt zahlreicher Patentstreitigkeiten, nicht verhindern das andere Unternehmen auf ihr Erfolgsmodell aufsprangen.

Durch MB2 wollte Stapelhaus sich wieder ein Alleinstellungsmerkmal erarbeiten. Das hat bis heute nicht geklappt. Insider munkeln das Stapelhaus das Geschäft mit preiswertem Wohnraum bis zum Jahr 3000 um mehr als die Hälfte reduzieren wird und verstärkt in das Luxus Segment vorstoßen möchte.

MB1 Übersicht
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